Category Archives: Wort

Coke Zero

Was bleibt?
wenn der Lebensdurst sich vor dem Getränkeautomat einreiht

Artig gewartet, dann
ein bisschen Kleingeld zusammengekramt 
für eine Coke Zero

Die Maschine schluckt
ohne wieder Worte zu verschwenden

Es handelt sich um eines dieser neuartigen Geräte,
welche das gewünschte Produkt mittels einem mechanischen Arm
vorsichtig aus dem hell erleuchteten Display holen
und dann aus einem schwarzen Loch spucken.

Bloß keine Kohlensäure loslassen!
Bloß keinen Druck aufbauen!

Es kann so einfach sein
doch die Süße schmeckt künstlich

Weiß

Ich gehe bedächtig durch den Schnee, den Blick auf meine Füße gerichtet. Jeder Schritt ein leises Knirschen im Rhythmus meiner Bewegungen, ihr Klang verliert sich in der Weite. Kein Widerhall ertönt aus der Ferne, der Ton wird verschluckt von dem wirbelnden Weiß um mich herum. Nebel und Schnee verdichten sich zu einer einheitlichen Masse, die Nähe und Distanz bedeutungslos werden lässt, es gibt keine Perspektive, keine Weite, nur Weiß. Allein der Boden unter meinen Füßen gibt mir ein Gefühl von oben und unten, doch auch er entschwindet hinter dem Radius meiner Sinne und zerfließt in Raum, es gibt keinen Horizont, keinen Himmel, nur Weiß. Continue reading

Schwarz

Ich öffne meine Augen und blicke hinaus in die vollkommene Dunkelheit, die mich umgibt. Etwas hat meinen Schlaf gestört. Was genau es war, das vermag ich nicht zu sagen. Irgendetwas dort draußen ruft nach mir, zieht mich zu sich.

Ich sinke nieder und versuche, wieder einzuschlafen. Ich sehne mich nach der Stille, der Betäubung des Schlafes, will hinab sinken in die Bewusstlosigkeit und dort für immer bleiben. Rastlos wälze ich mich hin und her, bereit die Dunkelheit in meinen Kopf einzulassen damit sie alle Gedanken verdrängt und mein ganzes Bewusstsein ausfüllt, doch es gelingt mir nicht. Continue reading

Momentum

Ich will dass es so bleibt wie es ist, 
dass sich nichts verändert.

Ich will dass nichts so bleibt wie es ist,
dass alles sich verändert.

Ich will dass es so bleibt wie es ist,
dass sich alles stets verändert.

Abschied

Kein Abschied ist jemals endgültig 
- zumindest der Möglichkeit nach.

wir können ja, irgendwann mal, bald
irgendwie klappt es schon

so rede ich mir ein
so richte ich mich ein

in den unaufgeräumten Kammern meines Herzens
wo alles Platz hat
nichts muss je heraus

und so sammeln sich Erinnerungen an 
tief drinnen

Dann

wenn wir uns einmal wieder sehen
werde ich vergessen haben,
wo die Kisten stehen

voll mit dem,
was einmal war
und nie mehr sein wird

Denn

Jeder Abschied ist stets endgültig 
- zumindest der Möglichkeit nach. 

I am Sam

That weird place in between dream and the waking world seemed, just for a brief moment, more real than either of both. I tried to hold on to the image which sleep had left imprinted on my mind, kept my eyes shut and stared at the now blank inside of my eyelid. Something had been there, a faint impression like the rough sketch of a familiar face. Who was it? A realization crawled out of the depths of my memory, I could already sense it within reach. But it kept evading my grasp. Eventually I gave up, dismissed the thought and pulled myself up. Continue reading

Das Konstrukt

Teil Eins

in meinem Gedankengebäude ist kein Platz für ungeladene Gäste
kehr die Reste von dem Fest der Phantasie auf einen Haufen
verbrenn sie und beobachte wie Schall und Rauch emporsteigen
das Himmelszelt hält zurück was niemals tragbar war

verschwomme Empfindungen dringen drückend
aus meinem beklommenen Inneren
wühlen wütend im Kerker rebellischer Erinnerungen
Insassen an viel zu kurzen Ketten klettern die Treppen herauf

und sie rütteln unerschütterlich am losen Fundament
zerbrochene Träume festgegossen nun erstarrt in Stahlzement
sie zerrütten meinen Turm aus Obsidian und Elfenbein
Trümmer taumeln nieder reißen diesen Spiegelschleier ein 

Fata Morgana am Horizont endloser Wüste
Grüße aus dem bunten Garten Eden meines Innenlebens 
doch der Apfel fällt zu weit weg vom Stamm, wird verbrannt
entflammt in fokussierter Wirklichkeit


Teil Zwei

verirre mich im wirren Labyrinth das ich einst schuf
Minotaurus klopft mir auf die Schulter mit erlahmtem Huf
jene Geister die ich rief kappten meinen roten Faden
rohe Taten durchgekaut mit halb aufgetauten Worten

der Architekt des Sinnkonstruktes dem Größenwahn verfallen
der Baumeister von Babels Keller stürzt in seine Hallen
wer Anderen eine Grube gräbt erhebt sich auf dem Aushub
guter Ausblick von den Schwingen der Trubilder meiner Feder

am Himmelsrand erkenne ich den Untergang des Rampenlichts
Menschen klatschen in die Hände gegen Wände ihr Gesicht
das Bühnenbild kollabiert, die Vorstellung zu Ende
Schattenseiten retuschiert, der Vorhang wird gewendet

schau dem Spiel nur durch den Spiegel zu 
erstarrte Reflexion
renne weiter fort von diesem Ort
reiße die Atrappen ein 
im gleißend matten Schein des alten Tages kommt der Ruhestand
Grundstein eines Eigenheims
nirgendwo im Niemandsland

(2014)

 

the terrible noise of silence
bears more than any word
i heard your voice defy then
a million things that weren't said

they could have been though possibly
and all the possibilities
remain still floating now
slowly faint somehow 
within uncertainty

expression drifts without direction 
towards the border of our minds
lack of action might then define 
an impression of leftover affection 

this dooming nothingness arose
from nothing less than heaving flows 
of human bloom and nemesis 

whose promise is 

to keep a something breathing

(2014)

Home

home is where the heart is
torn apart
along the narrowing line
between tomorrow's curtains

the stage is still set
for all of yesterday's dramas
these familiar faces yet
seem to have always been masks 
after all 
of everyday dramas

concealing the secrets of a world i left behind
feeling now a sense of belonging
appealing somehow 
it is an illusion though
of this constant longing 
left alone in my mind

a desire to cut myself up in pieces
aspiring to let myself be
part of all those endless parts 
that rose from my heart to the head
to form the picture i chose
as a glorious portrait of mine

can a painting be greater than its painter?

my aspirations are 
fainting in vain
falling in pain 
towards the widening gap
between 
them and me 
here and there 
now and then

(2014)